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Ein paar Worte zu diesem Reiseführer

Das kleine Slowenien mit seiner zentralen Lage zwischen Österreich im Norden, Kroatien im Süden, Ungarn am östlichen Ende und Italien an der westlichen Grenze gehörte zu denjenigen EU-Beitrittsländern, die im Mai 2004 der Europäischen Union beitraten.
ch, Werkzeug und eine Luftpumpe dabeizuhaben.

So wie durch den Einfluss der Sprachen und Kulturen der Nachbarländer in Slowenien eine lebendige kulturelle Vielseitigkeit und Offenheit enstanden ist, bei der man freudig Sprache und Kultur des "großen Nachbarn" kennt und teilweise annimmt und gleichzeitig selbstbewusst an der eigenen festhält, so bietet auch das Land selbst eine beeindruckende landschaftliche Vielseitigkeit.

Mit seinen 20.253 Quadratkilometern ist Slowenien etwa so groß wie Hessen oder Niederösterreich. Trotz dieser geringen Größe stößt man hier auf eine landschaftliche Vielseitigkeit, wie man sie in Europa sonst wohl nur selten findet: angefangen im hügeligen Pohorje- oder zu deutsch Possruck-Mittelgebirge in der Region um Maribor über die Tiefebenen in Ostslowenien und entlang der slowenisch-kroatischen Grenze, die Karstregion im südwestlichen Teil des Landes bis hin zum alpinen Hochgebirge der Julischen Alpen im Nordwesten Sloweniens. Hier bieten sich für die geringen Ausmaße des Landes beeindruckend viele Möglichkeiten für alle erdenklichen Sportarten und Aktivitäten. Bei Wanderern, Bergsteigern oder Sportanglern steht Slowenien seit jeher hoch im Kurs.

  SLOWENIEN - KURZER ÜBERBLICK

Lage:
Zwischen Österreich, Kroatien, Italien und Ungarn. Südlicher Teil der Alpen, mit Anschluss an die Adriaküste und Teile Istriens.

Sprachen:
Slowenisch und i.d.R. entweder Deutsch, Englisch, Kroatisch, Italienisch oder Ungarisch (je nach Region). Deutsch, Englisch, Kroatisch sind weit verbreitet.

Bevölkerung:
2 Mio. Einwohner

Größe:
20.253 Quadratkilometer, fast genauso groß wie Hessen. Nord-Süd-Ausdehnung ca. 170 km, Ost-West-Ausdehnung ca. 350 km.

Währung:
Derzeit noch Tolar (Abk. SIT), ab 2007 Euro.

Landschaft:
Extrem vielseitig. Hochalpin, Mittelgebirge, Karstlandschaft, mediterrane Landschaften, Tiefebenen.

Allerdings führten die vom Bürgerkrieg in den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens geprägten neunziger Jahre dazu, dass Slowenien ebenso wie die anderen zuvor so beliebten Reiseziele Ex-Jugoslawiens in Vergessenheit geriet, auch wenn Slowenien selbst so gut wie gar nicht Schauplatz des Bürgerkrieges war.

Erst in den letzten Jahren zieht es wieder mehr und mehr Touristen nach Slowenien, und so erschließen Naturfreunde beim Wandern, Bergsteigen, Kajakfahren oder Angeln wie auch Anhänger der Funsportarten beim Rafting, Freeclimbing, Canyoning, Paragliding oder Mountainbikesport die Schönheit des Landes.

Die Tatsache, dass Slowenien mit seiner sehr geringen Bevölkerungsdichte, dem dementsprechend geringen Verkehrsaufkommen und seinem sehr guten Straßennetz mit guter bis sehr guter Straßenbelagsqualität darüber hinaus auch ein ausgezeichnetes Reiseziel für Rennradsportler darstellt, dass in diesem kleinen Land eine sehr aktive Rennradlerszene bei zahlreichen Touristikveranstaltungen, Rennen und Rennradmarathons fleißig in die Pedale tritt oder dass nicht wenige Profi-Rennradsportler internationaler Profiteams von hier stammen und hier ihre meisten Trainingskilometer runterkurbeln, hat bei all dem bislang allerdings nur sehr wenig Beachtung gefunden. Und da Rennradurlaub ja nicht unbedingt immer gleichbedeutend sein muss mit Trainingslager auf Mallorca, in Frankreich, Spanien oder Italien, habe ich mir bei einer meiner Reisen durch Slowenien das Ziel gesetzt, in puncto "Rennradland Slowenien" ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen und bestehende, aber völlig unbegründete Vorurteile und Berührungsängste zu zerstreuen und dieses tolle Reiseland auch für deutschsprachige Rennradbegeisterte zu erschließen.

Aufbau des Rennrad-Reiseführers
Der vorliegende Rennrad-Reiseführer soll in seiner endgültigen Fassung nach Regionen geordnet etwa 50-70 Strecken mit einer Länge von 80 bis 140km umfassen. Diese Touren liegen in sechs Regionen, in die ich das Land grob unterteilt habe: Nordwesten, Norden, Nordosten, Südwesten, Süden und Südosten. Die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade der Strecken werden entsprechend gekennzeichnet.
Wie unschwer zu ersehen ist, ist die Zahl 50-70 Touren noch nicht erreicht. Allerdings kommen mit jeder Reise nach Slowenien ein paar neue Strecken hinzu, der Reiseführer wird kontinuierlich erweitert, wofür sich das Internet als flexibles Medium besonders anbietet.
Bei der Erstellung des Reiseführers war die Unterstützung der örtlichen Radsportvereine unverzichtbar, den bei den hier zusammengestellten Touren handelt es sich um Trainings- und Rennrouten der Rennradvereine vor Ort. Für die aktive und so freundliche Unterstützung der vielen neugewonnenen slowenischen Freunde möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken. Wie schon angesprochen, sollen im Laufe der Zeit weitere Strecken hinzukommen, weshalb ich für Anregungen seitens der Leserschaft stets offen und dankbar bin. Unter den vorgeschlagenen Parcours' findet hoffentlich jeder die für ihn geeignete Strecke - ob für die kurze entspannte Spazierfahrt am Nachmittag oder für die Ganztags-Tortur auf zwei Rädern. Jede einzelne der Fahrten habe ich selbst mit dem Fahrrad zurückgelegt, genossen oder durchlitten. So darf man die bei den einzelnen Strecken angeführten Ratschläge als "Tipps aus erster Hand" verstehen.

Das Hauptziel des Reiseführers besteht darin, in den jeweiligen Regionen des Landes Streckenvorschläge zu machen, Informationen über die bestehende Infrastruktur "rund ums Rennrad" (Fahrradläden, Werkstätten usw.) zu liefern, und sonstige praktische Tipps für den Rennradurlaub ins Slowenien (Übernachtungsmöglichkeiten, Glossar usw.) zu bieten. Slowenien hat selbstverständlich auch kulturell großes Angebot an Sehenswertem, doch habe ich mich bei den Streckenbeschreibungen absichtlich auf einige wenige Sehenswürdigkeiten beschränkt und diese Aufgabe den im Handel erhältlichen allgemeinen Reiseführern überlassen.

Zur Handhabung ...

Wie man merkt, wurde für den Reiseführer die Online-Version gewählt. Leider wurde der uneingeschränkte Zugang zu sämtlichen Informationen in der Vergangenheit wiederholt missbraucht, so dass ich mich zu einer anderen Konzeption entschlossen habe. Die Touren sind nun zahlungspflichtig. Bei Interesse können die Tourenbeschreibungen mit allen relevanten Informationen als Druckversion gegen Zahlung bezogen werden.

Die Online-Version ist im Vergleich zu einem Reiseführer in Buchform insofern von Vorteil, als man auf der Fahrt kein ganzes Buch mit sich herumtragen muss, dass nach einigem Gebrauch ohnehin völlig durchgeschwitzt und durchweicht wäre.

Auf jeder Karte sind die auf den jeweiligen Touren liegenden Ortschaften wie auch die in Slowenien geltenden Notrufnummern angeführt. Dies dient der zusätzlichen Orientierung bzw. einer schnellen Hilfe in Notfällen, die es hoffentlich nie geben wird.

In Sachen Kartenmaterial möchte ich unbedingt auf die Slowenien-Karte des Verlags Freytag & Berndt hinweisen, die im Maßstab 1:200.000 im Buchhandel bezogen werden kann. Sämtliche hier angegebene Strecken wurden auf der Grundlage dieser Karte erarbeitet. Der Verlag Freytag & Berndt hat für die Erstellung dieses Reiseführers digitales Kartenmaterial zur Verfügung gestellt, wofür ich meinen ganz besonderen Dank aussprechen möchte.

Allgemeines für unterwegs ...

Wie schon weiter oben erwähnt, besitzt Slowenien eine sehr geringe Bevölkerungsdichte. Dies führt dazu, dass man über weitere Strecken durch dünn oder unbesiedeltes Gebiet fährt und auch nicht gerade in jedem Dorf ein Fahrradgeschäft findet. Daher ist es ratsam, stets Ersatzschlauch, Werkzeug und eine Luftpumpe dabeizuhaben.
In puncto Verkehrssicherheit ist das Tragen eines Fahrradhelms dringend zu empfehlen - zumal die im vorliegenden Reiseführer beschriebenen Strecken teilweise sehr starke Gefälle und zum Teil scharfe Serpentinen aufweisen.

Zwar habe ich die Slowenen als sehr fahrradfreundliche Autofahrer kennengelernt, doch sollte trotzdem bedacht werden, dass der "südländische Fahrstil", den man zum Beispiel aus Italien kennt, zuweilen auch in Slowenien "begeisterte Anhänger" findet. Gerade auf schmalen Gebirgs- oder Landstraßen ist daher Rechtsfahren und eine passive und umsichtige Fahrweise dringend geboten. Schließlich muss man das Risiko nicht unbedingt herausfordern.

Verständigungsprobleme wird man als deutschsprachiger Tourist in Slowenien kaum haben. Fast jeder spricht aufgrund der Nähe zu Österreich mehr oder weniger Deutsch oder Englisch. Sollte also unterwegs einmal das Wasser ausgehen oder der Rennradschuh sonstwo drücken, steht man mit seinem Problem also in keinem Fall hilflos da.

Bei der Arbeit an diesem Reiseführer habe ich mir Mühe gegeben, die Strecken so gut wie möglich zu beschreiben und alle für einen uneingeschränkten Fahrspaß nötigen Dinge zu berücksichtigen. Dennoch freue ich mich über Anregungen und Verbesserungsvorschläge.

Allen Lesern dieses Reiseführers wünsche ich gute Fahrt und viel Spaß im neu zu entdeckenden Rennradland Slowenien!

Köln im November 2004

Damijan Kaufman