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Allerdings führten die vom Bürgerkrieg
in den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens geprägten
neunziger Jahre dazu, dass Slowenien ebenso wie die
anderen zuvor so beliebten Reiseziele Ex-Jugoslawiens
in Vergessenheit geriet, auch wenn Slowenien selbst
so gut wie gar nicht Schauplatz des Bürgerkrieges
war.
Erst in den letzten Jahren zieht
es wieder mehr und mehr Touristen nach Slowenien,
und so erschließen Naturfreunde beim Wandern, Bergsteigen,
Kajakfahren oder Angeln wie auch Anhänger der Funsportarten
beim Rafting, Freeclimbing, Canyoning, Paragliding
oder Mountainbikesport die Schönheit des Landes.
Die Tatsache, dass Slowenien mit
seiner sehr geringen Bevölkerungsdichte, dem dementsprechend
geringen Verkehrsaufkommen und seinem sehr guten Straßennetz
mit guter bis sehr guter Straßenbelagsqualität darüber
hinaus auch ein ausgezeichnetes Reiseziel für Rennradsportler
darstellt, dass in diesem kleinen Land eine sehr aktive
Rennradlerszene bei zahlreichen Touristikveranstaltungen,
Rennen und Rennradmarathons fleißig in die Pedale
tritt oder dass nicht wenige Profi-Rennradsportler
internationaler Profiteams von hier stammen und hier
ihre meisten Trainingskilometer runterkurbeln, hat
bei all dem bislang allerdings nur sehr wenig Beachtung
gefunden. Und da Rennradurlaub ja nicht unbedingt
immer gleichbedeutend sein muss mit Trainingslager
auf Mallorca, in Frankreich, Spanien oder Italien,
habe ich mir bei einer meiner Reisen durch Slowenien
das Ziel gesetzt, in puncto "Rennradland Slowenien"
ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen und bestehende,
aber völlig unbegründete Vorurteile und Berührungsängste
zu zerstreuen und dieses tolle Reiseland auch für
deutschsprachige Rennradbegeisterte zu erschließen.
Aufbau des Rennrad-Reiseführers
Der vorliegende Rennrad-Reiseführer soll in seiner
endgültigen Fassung nach Regionen geordnet etwa 50-70
Strecken mit einer Länge von 80 bis 140km umfassen.
Diese Touren liegen in sechs Regionen, in die ich
das Land grob unterteilt habe: Nordwesten, Norden,
Nordosten, Südwesten, Süden und Südosten. Die unterschiedlichen
Schwierigkeitsgrade der Strecken werden entsprechend
gekennzeichnet.
Wie unschwer zu ersehen ist, ist die Zahl 50-70 Touren
noch nicht erreicht. Allerdings kommen mit jeder Reise
nach Slowenien ein paar neue Strecken hinzu, der Reiseführer
wird kontinuierlich erweitert, wofür sich das Internet
als flexibles Medium besonders anbietet.
Bei der Erstellung des Reiseführers war die Unterstützung
der örtlichen Radsportvereine unverzichtbar, den bei
den hier zusammengestellten Touren handelt es sich
um Trainings- und Rennrouten der Rennradvereine vor
Ort. Für die aktive und so freundliche Unterstützung
der vielen neugewonnenen slowenischen Freunde möchte
ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken.
Wie schon angesprochen, sollen im Laufe der Zeit weitere
Strecken hinzukommen, weshalb ich für Anregungen seitens
der Leserschaft stets offen und dankbar bin. Unter
den vorgeschlagenen Parcours' findet hoffentlich jeder
die für ihn geeignete Strecke - ob für die kurze entspannte
Spazierfahrt am Nachmittag oder für die Ganztags-Tortur
auf zwei Rädern. Jede einzelne der Fahrten habe ich
selbst mit dem Fahrrad zurückgelegt, genossen oder
durchlitten. So darf man die bei den einzelnen Strecken
angeführten Ratschläge als "Tipps aus erster Hand"
verstehen.
Das Hauptziel des Reiseführers
besteht darin, in den jeweiligen Regionen des Landes
Streckenvorschläge zu machen, Informationen über die
bestehende Infrastruktur "rund ums Rennrad" (Fahrradläden,
Werkstätten usw.) zu liefern, und sonstige praktische
Tipps für den Rennradurlaub ins Slowenien (Übernachtungsmöglichkeiten,
Glossar usw.) zu bieten. Slowenien hat selbstverständlich
auch kulturell großes Angebot an Sehenswertem, doch
habe ich mich bei den Streckenbeschreibungen absichtlich
auf einige wenige Sehenswürdigkeiten beschränkt und
diese Aufgabe den im Handel erhältlichen allgemeinen
Reiseführern überlassen.
Zur Handhabung ...
Wie man merkt, wurde für den Reiseführer
die Online-Version gewählt. Leider wurde der uneingeschränkte
Zugang zu sämtlichen Informationen in der Vergangenheit
wiederholt missbraucht, so dass ich mich zu einer
anderen Konzeption entschlossen habe. Die Touren sind
nun zahlungspflichtig. Bei Interesse können die Tourenbeschreibungen
mit allen relevanten Informationen als Druckversion
gegen Zahlung bezogen werden.
Die Online-Version ist im Vergleich
zu einem Reiseführer in Buchform insofern von Vorteil,
als man auf der Fahrt kein ganzes Buch mit sich herumtragen
muss, dass nach einigem Gebrauch ohnehin völlig durchgeschwitzt
und durchweicht wäre.
Auf jeder Karte sind die auf den
jeweiligen Touren liegenden Ortschaften wie auch die
in Slowenien geltenden Notrufnummern angeführt.
Dies dient der zusätzlichen Orientierung bzw. einer
schnellen Hilfe in Notfällen, die es hoffentlich nie
geben wird.
In Sachen Kartenmaterial möchte
ich unbedingt auf die Slowenien-Karte des Verlags
Freytag
& Berndt hinweisen, die im Maßstab 1:200.000 im
Buchhandel bezogen werden kann. Sämtliche hier angegebene
Strecken wurden auf der Grundlage dieser Karte erarbeitet.
Der Verlag Freytag
& Berndt hat für die Erstellung dieses Reiseführers
digitales Kartenmaterial zur Verfügung gestellt, wofür
ich meinen ganz besonderen Dank aussprechen möchte.
Allgemeines für unterwegs ...
Wie schon weiter oben erwähnt,
besitzt Slowenien eine sehr geringe Bevölkerungsdichte.
Dies führt dazu, dass man über weitere Strecken durch
dünn oder unbesiedeltes Gebiet fährt und auch nicht
gerade in jedem Dorf ein Fahrradgeschäft findet. Daher
ist es ratsam, stets Ersatzschlauch, Werkzeug und
eine Luftpumpe dabeizuhaben.
In puncto Verkehrssicherheit ist das Tragen eines
Fahrradhelms dringend zu empfehlen - zumal die im
vorliegenden Reiseführer beschriebenen Strecken teilweise
sehr starke Gefälle und zum Teil scharfe Serpentinen
aufweisen.
Zwar habe ich die Slowenen als
sehr fahrradfreundliche Autofahrer kennengelernt,
doch sollte trotzdem bedacht werden, dass der "südländische
Fahrstil", den man zum Beispiel aus Italien kennt,
zuweilen auch in Slowenien "begeisterte Anhänger"
findet. Gerade auf schmalen Gebirgs- oder Landstraßen
ist daher Rechtsfahren und eine passive und umsichtige
Fahrweise dringend geboten. Schließlich muss man das
Risiko nicht unbedingt herausfordern.
Verständigungsprobleme wird man
als deutschsprachiger Tourist in Slowenien kaum haben.
Fast jeder spricht aufgrund der Nähe zu Österreich
mehr oder weniger Deutsch oder Englisch. Sollte also
unterwegs einmal das Wasser ausgehen oder der Rennradschuh
sonstwo drücken, steht man mit seinem Problem also
in keinem Fall hilflos da.
Bei der Arbeit an diesem Reiseführer
habe ich mir Mühe gegeben, die Strecken so gut wie
möglich zu beschreiben und alle für einen uneingeschränkten
Fahrspaß nötigen Dinge zu berücksichtigen. Dennoch
freue ich mich über Anregungen und Verbesserungsvorschläge.
Allen Lesern dieses Reiseführers
wünsche ich gute Fahrt und viel Spaß im neu zu entdeckenden
Rennradland Slowenien!
Köln im November 2004
Damijan Kaufman
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